Reisebericht: Rundreise durch Ägypten

Ägypten Berglandschaft

Für unseren Urlaub im Land der Pharaonen hatten wir uns vorgenommen, neben der Hauptstadt Kairo auch die Wiege der einstiegen Hochkultur im heutigen Luxor zu besuchen. Neben den geplanten Besuchen von Ausgrabungsstätten und Museen sollte aber auch die Erholung nicht zu kurz kommen und so beschlossen wir, unsere Rundreise durch Ägypten mit einem Badeurlaub am Roten Meer ausklingen zu lassen.

Kairo

Ägypten FelsenUnsere Reise nach Ägypten begann mit einem planmäßigen Abflug vom Flughafen Hamburg aus und nach einer Flugzeit von knappen fünf Stunden landeten wir in Kairo, der Hauptstadt von Ägypten. Die pulsierende Metropole am Ufer des Nils zählt mit ihren, in der Metropolregion lebenden, mehr als sechzehn Millionen Einwohnern als größte Stadt der arabischen Welt und ist nach Lagos gleichzeitig die größte Stadt von Afrika, eine Tatsache, die sich auch in dem Verkehr auf den hoffnungslos überfüllten Straßen widerspiegelt. Auf diesen werden bei Bedarf aus vier gekennzeichneten Fahrspuren schnell sechs gemacht und neben einer wahren Flut von Pkw und zum Teil museumsreifen Lastwagen bahnen sich, das ständige Hupkonzert ignorierend, auch Eselkarren furchtlos ihren Weg durch das Getümmel. Obwohl wir auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel nicht Zeuge eines einzigen Unfalles wurden, waren wir aber froh, unser Taxi am Zielort unbeschadet verlassen zu können.

In den folgenden Tagen erkundeten wir, größtenteils zu Fuß oder mit einem der zahlreichen Taxen die Hauptstadt des Landes der Pharaonen.

Ägyptischer Basar

Neben einem Besuch im Ägyptischen Museum, in dem zusätzlich zu einer Fülle von Exponaten zur Geschichte des Landes am Nil auch die bekannte Totenmaske vom Tutanchamun und große Teile seines Grabschatzes zu sehen sind, war es vor allem der große Basar, der sogenannte Khan el-Khalili, der uns in seinen Bann zog. In unzähligen verwinkelten Gassen werden hier neben üblichen Souvenirs in Form von hölzernen Pyramiden und Stoffkamelen auch Dinge des täglichen Bedarfs, Produkte der hier ansässigen Handwerksbetriebe, in denen die Zeit zum Teil bereits vor mehreren Jahrzehnten wenn nicht gar Jahrhunderten stehen geblieben zu sein scheint, auch Arbeiten der Silber- und Goldschmiede sowie eine Unmenge an exotischen Gewürzen feil geboten.

Mit seinem Angebot an Waren und seiner Ausdehnung gilt der Khan el-Khalili als größter orientalischer Markt im Nahen Osten und bei einem Besuch von Kairo sollte er unbedingt auf der Liste der zu besuchenden Sehenswürdigkeiten stehen.

Pyramiden von Gizeh

Ebenso einen Besuch wert sind die, etwas außerhalb der Stadt gelegenen und von der Sphinx bewachten, Pyramiden von Gizeh. Der Besuch der Grabkammer im Inneren eines dieser gewaltigen Bauwerke lohnt sich allerdings nicht unbedingt, wohl aber ein kleiner Spaziergang in der Umgebung, der ideale Einstieg um etwas Wüstenluft zu schnuppern.

Luxor

Ägypten SteinstrandNach einer knappen Woche in der pulsierenden Metropole am Nil nutzten wir eine der günstigen inländischen Flugverbindungen und erreichten nach einer knappen Flugstunde Luxor. Wurde das Gebiet um die heutige Stadt Luxor bereits während der Steinzeit besiedelt, so erlebte die Stadt ihre Blütezeit während der achtzehnten Dynastie, während der sie als ein Teil der Königsmetropole Theben Bekanntheit erlangte.

Als größte Stadt des heutigen Oberägyptens ist sie durch die zahlreichen, in der Stadt selbst sowie in ihrer direkten Umgebung angesiedelten, Bauwerke aus längst vergangenen Zeiten einer der Besuchermagneten des Landes. Neben dem sogenannten Karnaktempel mit seinem, dem Gott Amun-Re zugedachtem Tempelbezirk, von dessen Ausmaßen die noch heute erhaltenen zehn Pylone zeugen, und dessen Nachbarn, dem Luxortempel, besuchten wir mit einem ägyptischen Reiseführer auch das, am anderen Ufer vom Nil gelegene Tal der Könige und den Tempel der Hatschepsut.

Die, für unsere kleine Gruppe von drei Personen überschaubaren, Ausgaben für den deutschsprachigen Reiseführer und unseren Fahrer machten sich bereits beim Anblick der ersten fünfzigköpfigen Ausflugsgruppe bezahlt, in der jeder Teilnehmer bemüht war, den vom Reiseführer als Orientierungspunkt erhobenen Spazierstock nicht aus den Augen zu verlieren. Von großartigen Erklärungen kann hier keine große Rede gewesen sein. Schade eigentlich, denn obgleich die Bauwerke aus der Zeit der Pharaonen von gewaltigen Ausmaßen sind, so sind es, wie wir anschaulich erklärt bekamen, oftmals kleine Details, die zu ihrem Verständnis beitragen.

Nachdem unsere Woche in Luxor, ausgefüllt mit Besuchen der Stillen Zeugen einer überaus bewegten Landesgeschichte, unzähligen Spaziergängen durch die verwinkelten Straßen und Gassen der Stadt sowie einer Felukenfahrt auf dem Nil vorüber war, brachte uns ein weiterer knapp einstündiger Flug an das Ufer des Roten Meeres nach Sharm El Sheikh.

Dahab

Ägypten LiegestühleIn dem, eine knappe Autostunde nördlich von hier am Golf von Aquaba gelegenen, kleinen Badeort Dahab wollten wir die letzte Woche unserer Rundreise durch Ägypten verbringen und nach Geschichte und Kultur sollten nun Strand und Meer auf dem Programm stehen. Bekannt für seinen einzigartigen Tauchplatz, das sogenannte Blue Hole, eine annährend kreisförmige Öffnung im Riffdach, die sich hier bis in eine Tiefe von über einhundert Metern fortsetzt, hat sich Dahab in den letzten Jahrzehnten von einem kleinen Fischerdorf zu einem durchaus bedeutenden Urlaubsort entwickelt, dabei aber seinen einstigen Charme nicht verloren.

Neben einigen Tauchgängen im kristallklaren Wasser des Golfes von Aquaba, während der wir eine unheimlich farbenprächtige und artenreiche Unterwasserwelt kennenlernen konnten, war es vor allem ein Motorradausflug in die, den Ort umgebenden, Wadis, der uns faszinierte. Inmitten von unscheinbarer, aus Sand und Geröll bestehender Wüstenlandschaft, taten sich hier nach einer weiteren Kurve plötzlich kleine, in frischem Grün erstrahlende Oasen auf, in denen im Schatten von großen Palmen von den hier ansässigen Beduinen frischer Tee serviert wurde. Wie sich auf der folgenden und nur wenige Minuten dauernden Rückfahrt nach Dahab herausstellte, waren wir dabei nicht einmal mehr als fünf Kilometer Luftlinie vom Ortskern entfernt, der Schein trügt auch im Sinai.

Der Berg Moses

Obgleich als der nichtkulturelle Teil der Reise geplant, erhielt der letzte Abschnitt von unserem Urlaub in Ägypten dann doch noch einen kleinen historischen Touch. Knappe sechzig Autominuten von Dahab entfernt liegt mit dem Katharinenkloster eines der ältesten Klöster der Christenheit. Am Fuße des sogenannten Mosesberges gelegen, und als der Ort des Brennenden Dornbusches bekannt dessen Nachfahre noch immer innerhalb der Klostermauern wächst, ist es Ausgangspunkt für unzählige Wanderer, die den sogenannten Gebel Musa des Nachts besteigen, um von seinem, knapp zweitausenddreihundert Meter hohen, Gipfel aus das einmalige Schauspiel des Sonnenaufganges über den Weiten des Sinai zu erleben.

Der, auch von uns unterschätzte, mühsame Weg zum Berggipfel, auf dem immer wieder kleine Hütten mit mehr oder weniger wohlriechenden Kameldecken und leckerem Tee zur Einkehr laden, wurde aber mit einem wolkenlosen und überaus farbenprächtigem Sonnenaufgang belohnt, dessen Anblick schnell die eisigen Temperaturen, das die Felsen überziehende Raureif konnten dies zweifelfrei belegen, vergessen ließ.

Zurück in Dahab waren wir uns schnell einig, der Besuch des Gebel Musa war der Höhepunkt unserer Rundreise durch Ägypten, die nach ein paar weiteren Strandtagen mit der Rückreise vom Flughafen in Sharm el-Sheikh über Kairo nach Hamburg ihr Ende fand.

Fazit unserer Reise durch Ägypten

Das Land selbst ist für uns ein Reiseziel geworden, das bereits jetzt wieder ganz oben auf unserer Liste der zu besuchenden Orte steht.

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