Reisebericht: Rundreise durch Mexiko

Mexiko Tikal

Eine Fläche von fast zwei Millionen Quadratkilometern, Grenzen zu den Vereinigten Staaten von Amerika, Guatemala und Belize und Strände am Golf von Mexiko, dem Pazifischen Ozean, sowie dem Karibischen Meer, das ist Mexiko. Das Land von Sombreros und Tequila, das Land der Maya und ihrer einzigartigen Bauwerke.

Wir hatten sieben Wochen Urlaub, wollten innerhalb dieser Zeit von diesem Land möglichst viel entdecken und so planten wir unsere Rundreise durch Mexiko als Rucksackreise mit einfachen Unterkünften. Nach unserer Anreise von Hamburg über Frankfurt nach Mexiko City verbrachten wir die ersten drei Tage in der Hauptstadt, deren Einzugsgebiet mit etwa zwanzig Millionen Einwohnern zu einer der größten Metropolregionen weltweit zählt.

Mexiko Stadt

Unter dem Namen Tenochtitlán bereits zu Zeiten der Azteken um das Jahr 1325 gegründet, stellt Mexiko Stadt heute das wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes dar und präsentiert sich dem Besucher in einer bunten Mischung aus moderner Architektur und traditioneller Lebensweise, in deren Straßen Händler aus dem Umland in traditioneller Kleidung den vorbeieilenden Geschäftsleuten ihre Waren feilbieten.

Etwas außerhalb der Stadt empfängt uns mit Teotihuacán eine der größten präkolumbischen Ansiedlungen ihrer Zeit und von der gewaltigen Sonnenpyramide aus bietet sich ein unbeschreiblicher Ausblick über das knapp vierundzwanzig Quadratkilometer große Ausgrabungsgelände der ehemals einflussreichsten Siedlung von ganz Amerika.

Mit dem Mietwagen durch Mexiko

Mexiko Acapulco

Acapulco in Mexiko © Reiseno

Für unsere nächste Etappe der Reise, die uns über Acapulco und Puerto Escondido nach Oaxaca führen sollte, hatten wir einen Mietwagen gebucht. Zu unserer Freude erwartete uns im Zentrum von Mexiko Stadt ein traditioneller VW-Käfer. Nach einer guten Stunde Großstadtverkehr ließen wir die Metropole und ihren Smog hinter uns und machten uns auf den Weg in Richtung Pazifikküste.

Mexiko Klippenspringer

Klippenspringer © Reiseno

Acapulco und die gleichnamige Bucht am Ufer des Pazifischen Ozeans empfingen uns mit einem schier endlos erscheinenden Sandstrand vor der Kulisse der ankernden Kreuzfahrtschiffe. Natürlich besuchten wir auch die bekannten Klippenspringer, die sich von den sogenannten La Quebrada Felsen wagemutig in die Fluten des Pazifik stürzen.

Der kleine Küstenort Puerto Escondido, etwa dreihundert Kilometer südöstlich von Acapulco gelegen, entsprach mit seinen kleinen Straßen und verwinkelten Gassen entlang des Hafens, nach dem doch eher touristisch angehauchten Acapulco, schon eher unseren Vorstellungen von einem mexikanischen Küstenstädtchen. Bei einem Tauchgang in dem, zu dieser Jahreszeit doch eher trüben, Wasser des Pazifischen Ozeans, konnten wir hier auch eine Handvoll Meeresschildkröten aus aller nächster Nähe beobachten, für uns eines der besonderen Erlebnisse unserer Rundreise durch Mexiko.

Oaxaca

Ein weiteres Highlight in diesem Abschnitt unserer Reise war der Besuch der Stadt Oaxaca. Etwa einhundertfünfzig Kilometer von der Küste entfernt gelegen erreichten wir unser Ziel nach einer abenteuerlichen Route über, zum größten Teil unbefestigte Straßen, deren Zustand durch vorangegangene heftige Regenfälle keine Besserung erfahren hatte. In den kleinen Ortschaften, die wir auf der Strecke passierten, fragten wir uns immer wieder aufs Neue, wie es für die Bewohner der einfachen, zum größten Teil aus Holz und Wellblech bestehenden, Hütten inmitten von Urwald, Matsch und unbefestigten Wegen möglich ist, diese in strahlend weißer Leinenkleidung zu verlassen, für uns auch heute noch ein Mysterium.

Mexiko Monte Alban

Monte Alban © Reiseno

Oaxaca selbst, in einem Tal der Sierra Madre del Sur gelegen, präsentiert sich uns als geschäftige Kleinstadt mit einem sehenswerten, im spanischen Kolonialstil erbauten, Stadtzentrum. Etwas außerhalb der Stadt und auf einem künstlich abgeflachten Bergrücken angesiedelt, erstreckt sich mit dem zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Monte Albán, das ehemalige religiöse Zentrum der Zapoteken. Spuren erster Besiedelungen gehen hier bis auf achthundert Jahre vor Christus zurück und noch heute beeindrucken die Überreste der einstiegen Siedlung mit den Bauwerken wie der zentralen Pyramide oder dem sogenannten Observatorium.

Nachdem wir uns von unserem fast schon lieb gewonnenen kleinen VW-Käfer nach zwölf Tagen und einer nur kleinen Panne in Form eines gebrochenen Schalthebels, die aber in einer lokalen Werkstatt durch ein neues Gewinde schnell behoben werden konnte, getrennt hatten, erlebten wir gleich im Anschluss einen weiteren Höhepunkt von unserem Urlaub in Mexiko.

Mit dem Bus durch Mexiko

Mit dem Überlandbus fuhren wir von Oaxaca nach Tuxtla Gutiérrez. Um trotz unserem Vorsatz die Reisekasse zu schonen auf dieser Fahrt nicht auf jeglichen Komfort verzichten zu müssen, buchten wir uns Plätze für den sogenannten zweite Klasse Bus. Später stellte sich dann aber heraus, das es eine dritte Klasse nicht gibt und so verbrachten wir spannende Stunden inmitten von Farmern und Marktfrauen, die neben ihrer persönlichen Habe auch Ernteerträge und Hühner per Bus zum Markt transportierten.

Mexiko Canon del Sumidero

Canon del Sumidero © Reiseno

Eine Bootsfahrt durch den Cañón del Sumidero, einen sechzig Kilometer langen und von bis zu eintausend Meter hohen Felswänden umgebenen Canyon, entschädigte uns für aber um ein vielfaches für die etwas ungewöhnliche Art der Anreise, auch wenn der Anblick von sich sonnenden Krokodilen am Flussufer und einer gleichzeitigen genaueren Betrachtung unseres Fortbewegungsmittels nicht unbedingt Anlass zur Freude gab.

Als farbenprächtigste Stadt die wir auf unserer Reise durch Mexiko besuchten, ist uns bis heute der, im zentralen Hochland der Chiapas gelegene, Ort San Cristóbal de las Casas in Erinnerung geblieben. Ein farbenfrohes Straßenbild mit bunten Fassaden und ein turbulenter Markt, auf dem neben Dingen des täglichen Bedarfs auch Souvenirs und Arbeiten des Kunsthandwerkes feilgeboten wurden, sowie zwei kleine Jungen, die, als Schuhputzer unterwegs, nicht davon abzubringen waren unsere, gerade durch genug Staub und Schrammen als gut gebrauchte Wanderschuhe altgedienter Reisender anzusehender Schuhe, auf Hochglanz zu polieren, sind eben nicht so einfach zu vergessen.

Besuch der Mayastadt Palenque

Bevor wir die letzten zwei Wochen von unserem Urlaub an den feinen Sandstränden der Karibik um Playa del Carmen herum verbrachten und hier eine der besten Tequelerias von Mexiko für uns entdeckten, stand noch ein Besuch der Mayastadt Palenque auf unserem Programm. Einst eine der bedeutendsten Städte der alten Mayakultur, beeindrucken den Besucher auch heute noch die, selbst für jetzige Verhältnisse umfangreichen, und zum Teil von dichter Dschungelvegetation umgebenen Bauwerke dieser einstigen Hochkultur. Während wir neben dem sogenannten Palast und dem ihm gegenüberliegenden Tempel der Inschriften, eine knapp zwanzig Meter hohe Stufenpyramide, besichtigten, konnten wir in den die Bauwerke umgebenden Baumwipfeln eine Familie von Brüllaffen beobachten, ein Schauspiel einer ganz besonderen Art.

Nach fünf Wochen und vielen Eindrücken von einem Land mit wechselhafter Landschaft und herzlicher Gastfreundschaft erreichten wir mit dem Badeort Playa del Carmen die Küste der Karibik. Weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser mit einer unbeschreiblich bunten Unterwasserlandschaft und entspannte Sorglosigkeit ließen die ersten Tage hier wie im Flug vergehen. Angelockt durch ein Plakat mit Ruinen, die den dichten, sie umgebenen Dschungel überragen, war es um die Reste unserer Urlaubskasse geschehen. Im Zuge von einem Zweitagesausflug nach Tikal, einer der größten Mayastätten in Mittelamerika, besuchten wir von Playa del Carmen aus Mexikos Nachbarland Guatemala. Neben der faszinierenden Welt der Maya lernten wir so auch den Lago de Atitlán, den drittgrößten See des Landes sowie den farbenfrohen Markt von Chichicastenango kennen. Dieser gilt als der größte seiner Art in Mittelamerika.

Nach ein paar weiteren Tagen an den Stränden um Playa del Carmen herum, verließen wir die Halbinsel Yucatan vom Flughafen in Cancun aus in Richtung Mexiko Stadt, denn hier, am Ausgangspunkt unserer Reise wartete unser Flug in Richtung Hamburg. Und so hieß es nach sieben tollen Wochen mit einer Fülle an Eindrücken Abschied nehmen von einem fantastischen Reiseland und seinen überaus freundlichen Einwohnern.

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